Weich, Weicher, Frotteestoff: Der Liebling im Bad

Frotteestoff-teaser

Frotteestoff ist eines der beliebtesten Stoffe im Bereich der Heimtextilien. Täglich haben wir mit ihm zu tun in Form von Handtüchern, Waschlappen oder Bademäntel. Alles was du über Frotteestoff wissen solltest und worauf du beim Nähen achten musst, erfährst du hier.

Frotteestoff – Was ist das?

Frotteestoff lässt sich aus dem Französischen von dem Wort “frotter” ableiten. Übersetzt bedeutet das nichts anderes wie “abreiben, trocken reiben”.

Bei Frotteestoff handelt es sich um ein textiles Gewebe, welches aufgrund seiner speziellen Webtechnik einzigartig ist: Die Oberfläche des Stoffes besteht aus einer Vielzahl von Schlaufen, die das Volumen der Textilie automatisch vergrößert. Diese Beschaffenheit ermöglicht zum einen eine große Wasseraufnahme und zum anderen ein gutes Wärmevermögen. Das schlingenartige Gewebe sorgt außerdem für einen angenehmen Griff und Flauschigkeit.

Aufgrund der feuchtigkeitsabsorbierenden und wärmenden Eigenschaften wird der weiche Frotteestoff besonders gerne für Handtücher und Bademäntel verwendet. Und sind wir mal ehrlich: Wer mag es nicht, sich nach einem ausgiebigen Bad in einem flauschigen Frottee-Bademantel zu kuscheln?

Der Garn des Gewebes besteht in der Regel aus 100 % reiner Baumwolle. Es kann aber auch vorkommen, dass ein kleiner Anteil an Kunstfasern mit verarbeitet wurden.

Was ist der Unterschied zwischen Frottee und Frottier?

Wenn man von Handtücher spricht, denkt man sofort an Frottee. Kaum jemand aber weiß, dass es sich hierbei meist um Frottier handelt. Der Unterschied liegt in der Herstellung: Während bei Frottee der Garn bereits aus Schlingen besteht, werden die Schlingen bei Frottier erst im Webprozess durch eine bestimmte Technik gebildet. Durch dieses Verfahren befinden sich die Schlaufen auf beide Seiten der Textilie, wodurch diese eine noch bessere Saugfähigkeit und Flauschigkeit erhält.

Dieses Qualitätsmerkmal sollte man nicht außer Acht lassen, wenn man Frotteestoff für Handtücher kaufen möchte. Im allgemeinen Sprachgebrauch hingegen wird nicht zwischen Frottee und Frottier unterschieden.

Tipp: Um zu erkennen, ob es sich um Frottee oder Frottier handelt, betrachtest du einfach die Optik des Stoffes. Wirkt die Oberfläche glatt, ist es Frottee.

Frotteestoff Eigenschaften

Du suchst hochwertigen Frotteestoff zum Nähen? Dann solltest du die folgenden Qualitätsunterschiede kennen, um die richtige Frottee Meterware für dein Nähprojekt auszuwählen. Je nachdem wie die Verarbeitung des Garns erfolgt, ergeben sich Unterschiede hinsichtlich der Saugfähigkeit, Weichheit, Griff und Optik.

Walkfrottier

Walkfrottier gilt als einer der beliebtesten Frotteestoffe. Er zeichnet sich durch seine enorm hohe Saugfähigkeit und Weichheit aus und wird gerne für Handtücher benutzt. Das angenehm flauschige Gefühl auf der Haut ist den besonders großen und locker gewebten Schlingen zu verdanken.

Zwirnfrottier

Beim Zwirnfrottier werden zwei Garne ineinander verdreht. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass der Frotteestoff griffiger und strapazierfähiger ist. Im Vergleich zum Walkfrottier ist dieser jedoch nicht so weich und flauschig. Dafür erhalten Handtücher aufgrund der gezwirnten Fasern einen tollen Massageeffekt.

Veloursfrottier

Veloursfrottier besteht aus aufgeschnittenen und kurz gehaltenen Schlingen. Im Fachjargon wird hier von Flor gesprochen. Das Gewebe erhält eine weiche Oberfläche und samtene Optik und eignet sich besonders für die Herstellung von Bademäntel. Da die Saugfähigkeit hier etwas zu kurz kommt, findet man oft bei Handtüchern eine Kombi aus Veloursfrottier und Walkfrottier.

Wirkfrottier

Wirkfrottier ist ein absoluter Neuling unter den Frottee Meterwaren. Während die bereits erwähnten Frotteestoffe gewebt werden, wird Wirkfrottier auf einer Wirkmaschine gewirkt. Dieses Verfahren vereint alle Vorteile in einem: Hohe Saugfähigkeit, Weichheit, angenehmer Griff und leichter Massageeffekt.

Verwendung von Frotteestoff

Frotteestoff wird üblicherweise für die Herstellung von Heimtextilien verwendet, welche eine hohe Saugfähigkeit erfordern. Neben dem Einsatz im Sanitärbereich findet Frottee noch weitere Verwendungsmöglichkeiten:

  • Fitnessbekleidung
  • Kinderkleidung
  • Bettwäsche
  • Spannbettlaken
  • Schlafanzug

Nähen mit Frotteestoff

Das Nähen mit Frotteestoffen kann insbesondere für Anfänger einige Herausforderungen mit sich bringen. Wir erklären dir, was man vor und während dem Nähen mit Frottee Meterware beachten sollte und geben hilfreiche Tipps.

Frotteestoff zuschneiden

Aufgrund der Schlingenstruktur des Gewebes lassen sich Markierungen nicht ganz so einfach aufzeichnen. Wir empfehlen daher Schneiderkreide im Block zu verwenden. Im Vergleich zu Schneiderkreide im Stift, bleibt die Farbe bei der Block-Kreide besser haften.

Tipp: Bei geraden Schnitten kannst du dir das Markieren auch sparen und stattdessen direkt mit einem Rollschneider und Schneidelineal arbeiten.

Frotteestoff stecken

Um die Schnittteile zusammenzustecken verwende Nadeln mit großen Köpfen. Bei gewöhnlichen Stecknadeln besteht die Gefahr, dass die Schlingen des Frottees die kleinen Köpfe “verschlingen” und du darüber nähst und vermutlich deine Nähnadel beschädigst. Am besten eignen sich Patchworknadeln.

Frotteestoff nähen

Da Frotteestoff gerne zu fransen droht, ist es grundsätzlich wichtig alle Kanten mit einem Zickzack-Stich zu versäubern. Als Nähnadel empfehlen wir, abhängig von der Dicke des Stoffes, eine Universalnadel mit einer Stärke von 75 bis 90 NM zu verwenden.

Leider passiert es oft, dass sich die Schlingen des Stoffes in der Nähnadel verfangen. Um das zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Backpapier oder Stickvlies zwischen Stoff und Transporteur legen und nach dem Nähen entfernen
  • Avalon-Folie auf Nahtlinie kleben, welche mit Wasser wieder abgewaschen werden kann

Tipp: Eine Overlockmaschine eignet sich insbesondere für das Nähen mit Frotteestoffen, da sie gleichzeitig näht und Kanten versäubert.

Wie pflege ich Frotteestoff?

Da Frotteestoff stark zu Fusseln neigt, empfiehlt es sich grundsätzlich den Stoff vor der ersten Verwendung zu waschen. Hier ist zu beachten, dass bei hochwertigen Frottierwaren der Stoff zu 100 % aus reiner Baumwolle besteht und dieser bis zu einem gewissen Grad eingehen kann. Generell sollten folgende Punkte bei der Pflege beachtet werden:

Frotteestoff waschen

Frotteestoff kann in der Regel zwischen 60 – 90 °C in der Waschmaschine gewaschen werden. Beachte jedoch immer die Herstelleranweisungen. Farbige Frotteestoffe empfehlen wir nicht heißer als 60 °C zu waschen, da diese ihre Farbe verlieren können. Außerdem sollte Frottee mindestens in einer halbvollen Waschtrommel gewaschen werden, da ansonsten Schäden an den Schlingen und daraus resultierend eine vermehrte Fusselbildung entstehen kann.

Tipp: Verzichte auf die Verwendung von Weichspüler. Auf lange Sicht legt sich dieser über die Fasern, wodurch die Saugfähigkeit enorm beeinträchtigt wird. Solltest du feststellen, dass die Textilie hart und kratzig wird, lege diese für ein paar Stunden in eine Mischung aus Wasser und Essig (Verhältnis 3:1). Anschließend wie gewohnt waschen.

Frotteestoff trocknen

Frotteestoff kann problemlos im Wäschetrockner getrocknet werden. Damit sich der Stoff während des Trocknens ausreichend bewegen kann, ist darauf zu achten, die Maschine nicht all zu voll zu laden. Heraus kommt dann ein weicher, flauschiger Frotteestoff.

Frotteestoff bügeln

Frotteeartikel müssen nicht gebügelt werden. Und wenn es doch mal sein muss – bitte auf niedrige Temperaturen.

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